Die Streukügelchen des Todes

Vorab möchte ich gleich einmal klarstellen, dass ich ein großer Fan von Kräutern bin. Ich meine die zum Trinken und Essen, nicht zwingend die zum Rauchen. Meiner Meinung nach muss man nicht wegen jedem Pups der quer liegt, gleich eine dreiwöchige Antibiotikakur machen und Tabletten werfen wie diese Christiane (jaja auch ich bin dem Hype der „neuen“ Serie erlegen.)

Es könnte auch sein, dass meine geminderte Begeisterung für Wunderpillen daher rührt, dass ich die, die tatsächlich helfen könnten, ohnehin nicht nehmen darf. Die, die übrig bleiben, sind dann genau so hilfreich wie der eben erwähnte Tee. Ich befinde mich seit Jahren in einer on und off Beziehung mit der reizenden Zystitis. Nach ausreichenden Selbsttests kann ich bestätigen, ob ich Antibiotika schlucke oder mit D-Mannose und Blasentee eine Wärmeflaschenparty veranstalte, die Leidenszeit ist unverändert. So gesehen greife ich inzwischen doch lieber zum köstlichen Blasen-Nieren-Tee * Yummy*. „Die Streukügelchen des Todes“ weiterlesen

Long-QT-Syndrom für Dumpfbacken

Mir ist aufgefallen, dass ich seit einigen Monaten über meine mutierten Gene schreibe und noch viel länger mit ihnen lebe, aber noch immer nicht so 100 % mitgeteilt habe, was in meinem Körper tatsächlich vor sich geht. Kalium wenig – Herz doof – Defi bum, so in etwa ist die einfachste Erklärung, die ich zu liefern habe. Leider ist das Ganze doch etwas komplizierter. „Long-QT-Syndrom für Dumpfbacken“ weiterlesen

Stimuliert

Auch wenn mein Kardiologe zugegebener Maßen nicht unattraktiv ist, träume ich nachts nicht von ihm. Falls es doch mal vorkommt, dann ist es bestimmt keiner „dieser“ Träume. Faktisch ohne eine tatsächliche Berührung schafft er es trotzdem regelmäßig mein Herz zum Rasen zu bringen. Mit freiem Oberkörper und kleinen Saugabdrücken auf meiner nackten Haut liege ich vor ihm. Er steht nur da und hat die volle Kontrolle über mich. „Stimuliert“ weiterlesen

Wie man Panikattacken bekommt

Ok, ok, ihr wisst inzwischen alle, dass es mich hin und wieder aus den Latschen kippt. Ein paar Mal habe ich wohl auch schon erwähnt, dass es mich eines schönen Tages auf der Arbeit erwischt hat. Für wen es in den letzten Texten schon genug „herumgefalle“ war, der sollte eventuell hier aufhören zu lesen, denn genau diesen fabelhaften Arbeitstag möchte ich hier mit euch Revue passieren lassen. „Wie man Panikattacken bekommt“ weiterlesen

Und dann es geht doch

Nachdem ihr inzwischen wisst, dass ich mich gerne über Dinge beschwere (wie wir in Österreich sagen: sudere), möchte ich mich einmal von einer anderen Seite zeigen. Ich meine natürlich nicht, dass ich vom „Beschweren“ zum „lauthals Schimpfen“ wechseln will. Ich werde euch von Dingen erzählen, die ich für mich mit dem Moment meiner Diagnosestellung abgeschrieben waren, ich inzwischen aber erleben konnte, denn manches wird nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird. „Und dann es geht doch“ weiterlesen

Warum ich verschieden bin, oder eben nicht…

Am 17.09.2020 habe ich meinen ersten Text online gestellt. Das kleine Häkchen, dass verhindert von Suchmaschinen gefunden zu werden, habe ich aber erst im Oktober entfernt. Wen interessiert das jetzt denn? Genau das war der Gedanke, der schon viele Monate zuvor in meinem Kopf herumgespukt ist. Zum neuen Jahr möchte ich euch erzählen, wieso ihr überhaupt von mir lesen könnt und warum ich mir so einen eigenartigen Namen ausgesucht habe. „Warum ich verschieden bin, oder eben nicht…“ weiterlesen

Liebes Christkind

Vermutlich bin ich schon etwas zu alt, um ans Christkind zu glauben, aber nachdem wir uns seit Monaten mit Corona rumschlagen, habe ich zum ersten Mal seit Jahren die Zeit, mich vom Geist der zukünftigen Weihnacht abholen zu lassen. In meiner Wohnung sieht es aus, als wäre eine Armee aus Glitzer befüllten Zauberwichteln explodiert und es duftet nach Keksen, die ich in erschreckend kurzer Zeit aufgefuttert habe. Letztes Jahr hätte ich mir die Ohren wohl eher mit einer Nagelschere abgeschnitten, anstatt Weihnachtslieder mit ihnen zu hören, heuer „Jingle bells, jingle bells….“ „Liebes Christkind“ weiterlesen

was wäre, wenn…

Zugegeben, ich sitze regelmäßig deprimiert in einer Ecke, verfluche das Schicksal und denke mir: „Warum bin ich nicht gesund?“. Tja, weil es nun mal nicht so ist. Aber was wäre wirklich, wenn ich gesund wäre? Was würde in meinem Leben so viel besser verlaufen, wenn ich keine Maschine implantiert hätte, die mich aus dem Reich der toten holt, wenn mein Herz eine Reise zu den Radieschen gebucht hat? „was wäre, wenn…“ weiterlesen

ungeliebte Patienten

Inzwischen bin ich Ende zwanzig und lebe seit meinem 15. Lebensjahr mit der Diagnose Long-QT-Syndrom. Die Geschichte, wie ich dazu gekommen bin, ist eine eher unglückliche, da die Erkrankung angeboren ist. Seit ich von meiner Mutter reanimiert wurde und mit einem Spuckeimer ins Krankenhaus gebracht wurde, ist zumindest klar, warum mir manchmal so „schwindlig“ wird. „ungeliebte Patienten“ weiterlesen

Lust, Leidenschaft und Long-QT

Körperliche Nähe kann etwas Wunderbares sein. Man schmiegt sich aneinander, ist sich nahe, hört den Herzschlag des anderen und in meinem Fall, stöhnt laut auf, weil das Gegenüber sich auf meine linke Seite kuschelt und den ICD als Kopfkissen benutzt. Es beginnt in meiner Brust unangenehm zu ziepen und vor meinem inneren Auge bekomme ich sofort Bilder von Elektroden geliefert, die sich an Knochen reiben. So komme ich natürlich am schnellsten in Stimmung. „Lust, Leidenschaft und Long-QT“ weiterlesen